Emotionen und Wutanfälle · Evidenz C · all
Die 90-Sekunden-Regel bei Emotionen
Die Körperwelle einer Emotion ist oft kurz. Was sie verlängert, ist der Kampf gegen die Welle – bei Kind und Eltern.
Problem aus Elternsicht
Der Ausraster fühlt sich endlos an. Ich will sofort reden, stoppen, lösen.
Einordnung
Das populäre 90-Sekunden-Bild (u. a. über Jill Bolte Taylor popularisiert) ist vereinfacht, aber praktisch: Zuerst Nervensystem, dann Gespräch. Wer in der Spitze argumentiert, spricht gegen ein Gehirn im Alarm. Halt, Atmung, wenig Worte – danach wird Lernen wieder möglich.
Praxis
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In der Spitze: Präsenz, Sicherheit, kurze benannte Gefühle. Lösungssätze warten, bis die Stimme wieder tiefer ist.
Zum Beispiel: „Ich bin da. Wir atmen erst. Danach finden wir einen Weg.“
Mythencheck
Häufiger Irrtum
Wenn ich jetzt nicht erziehe, lernt es nie.
Erziehen in der Alarmphase kommt oft nicht an. Timing ist Teil der Pädagogik.
Quellen
- 90-second emotion wave (populärwissenschaftlich eingeordnet, nicht als Naturgesetz) · Taylor, J. B. / Emotionsforschung (2008)
Was wäre, wenn du 90 Sekunden nur da wärst – ohne zu gewinnen?